Chiptuning Mercedes-Benz
Chiptuning Mercedes-Benz
Bei Mercedes gibt es eine Besonderheit, an der viele Anbieter vorbeirechnen: derselbe Motorcode kann Kompressor oder Turbo bedeuten. Wer das nicht auseinanderhält, nennt die falsche Zahl.
Motoren, die häufig hier sind
OM651 — der 2.1 CDI Vierzylinder in C-, E-Klasse, Vito und Sprinter. Weit verbreitet, gut bekannt, verlässliche Spanne.
OM642 — der 3.0 V6 CDI. Deutlicher Drehmomentzuwachs, beliebt in E-Klasse, ML und Sprinter.
OM654 und OM656 — die neueren Diesel-Generationen. Zugriff ist hier je nach Baujahr aufwendiger, das sage ich vorher.
CGI-Turbo — die aufgeladenen Benziner der M27x-Reihe und Nachfolger.
AMG — M177, M178 und Verwandte. Serienmäßig schon offensiv abgestimmt, entsprechend kleinere Prozente und mehr Gesprächsbedarf vorher.
M271: gleicher Code, zwei völlig verschiedene Motoren
Der M271 wurde bis etwa 2007 als mechanisch aufgeladener Kompressormotor gebaut und danach als CGI mit Turbolader. Der Motorcode ist derselbe.
Das ist kein Detail für Fachsimpelei, sondern entscheidet über die Zahl: beim Kompressor sind etwa 5 bis 10 % realistisch, beim Turbo 20 bis 30 %. Ein Anbieter, der nur den Code abfragt und dann eine Turbo-Zahl nennt, verspricht bei einem Kompressor-M271 das Dreifache des Möglichen.
Deshalb frage ich bei Mercedes nach Baujahr und genauer Modellbezeichnung und nicht nur nach dem Motorcode. Im Konfigurator unten ist das entsprechend getrennt.
An deiner Datei, nicht an einer fremden
Zwei Autos mit demselben Motorcode sind nach fünf Jahren nicht mehr dasselbe Auto. Der eine hat 60.000 km und Kurzstrecke, der andere 190.000 km und Autobahn. Beim einen ist der Ladeluftkühler zugesetzt, beim anderen nicht. Ein Datensatz, der vorher für ein anderes Fahrzeug geschrieben wurde, kennt diesen Unterschied nicht.
Deshalb wird die Datei aus deinem Steuergerät gelesen und in dieser Datei gearbeitet. Kein Datensatz aus einem Portal, der über deine Fahrgestellnummer geschoben wird.
Das dauert länger. Es ist der Grund, warum hier keine Termine im Halbstundenraster laufen.
Die Originaldatei bleibt bei dir
Bevor irgendetwas verändert wird, wird der Serienstand gesichert. Du bekommst ihn auf einem USB-Stick mitgegeben — nicht als Datei in einer Cloud, auf die du keinen Zugriff hast.
Damit kannst du jederzeit zurück. Vor einem Verkauf, vor einer Werkstattaktion des Herstellers, oder weil du es dir anders überlegt hast. Auch bei jemand anderem, nicht nur hier.
Wo Schluss ist
Es gibt Fahrzeuge, bei denen ich abwinke. Wenn die Kupplung am Ende ist, das Getriebe schon rutscht oder der Turbolader hörbar Spiel hat, wird mehr Drehmoment das Bauteil schneller umbringen — nicht irgendwann, sondern absehbar.
Dann sage ich das vorher und nicht hinterher. Ein Auftrag, der bei mir zu einem Schaden führt, kostet mich mehr als er einbringt.
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob mein M271 Kompressor oder Turbo ist?
Am einfachsten am Modellnamen: „Kompressor" steht bei den älteren Ausführungen im Namen, „CGI" bei den Turbomotoren. Über das Baujahr geht es auch — der Wechsel lag bei etwa 2007. Wenn du unsicher bist, schick mir den Fahrzeugschein, dann sage ich es dir.
Machst du Sprinter?
Ja, regelmäßig. Beim Sprinter geht es meist um Drehmoment im unteren Bereich — beladen und am Berg. Nenn mir Baujahr, Motor und ob er überwiegend beladen läuft, dann wird in diese Richtung abgestimmt.
Was ist bei AMG möglich?
Weniger prozentual als bei einem Serienmotor, weil ab Werk schon näher an der Grenze abgestimmt ist. Bei den aufgeladenen AMG-Motoren ist trotzdem etwas drin. Modell und Baujahr nennen, dann bekommst du eine realistische Spanne statt einer Werbezahl.
Wie lange dauert das?
Bei einem Fahrzeug, das über die OBD-Schnittstelle läuft, planst du einen halben bis ganzen Tag ein. Muss das Steuergerät ausgebaut und am Bench gelesen werden, wird es mehr — das sage ich vorher, wenn ich weiß, welches Fahrzeug kommt.
Zwischen Auslesen und Aufspielen liegt die eigentliche Arbeit an der Datei. Die ist nicht in zwanzig Minuten erledigt.
Komme ich später wieder zurück auf den Serienstand?
Ja. Der Serienstand wird vor der ersten Änderung gesichert und du bekommst ihn auf USB mit. Aufspielen lassen kannst du ihn hier oder woanders — die Datei ist deine.
Muss ich das der Versicherung melden?
Ja. Eine Leistungssteigerung ist eine Gefahrerhöhung nach §§ 23 ff. VVG und muss dem Versicherer angezeigt werden. Was passiert, wenn man es nicht tut, und in welcher Reihenfolge Eintragung und Meldung laufen, steht ausführlich auf Chiptuning eintragen und der Versicherung melden.
Mercedes-Benz optimieren lassen
Modell, Baujahr und Motor nennen — dann sage ich dir, was bei deinem Mercedes-Benz realistisch drin ist und was es kostet.
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