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Leistung

Stage 2

Stage 2 heißt: es kommt Hardware dazu, und die Software wird auf diese Hardware abgestimmt. Nicht umgekehrt — eine Datei, die eine Downpipe voraussetzt, die nicht verbaut ist, ist keine Optimierung, sondern ein Risiko.

Geöffneter Zylinderkopf mit freiliegenden Nockenwellen und Steuerkette während einer Motorarbeit

Wann Stage 2 überhaupt Sinn hat

Stage 1 nutzt die Reserve, die im Serienzustand vorhanden ist. Irgendwann ist diese Reserve aufgebraucht, und dann begrenzt Hardware: der Abgasgegendruck, die Luftmenge, die durch die Ansaugung geht, oder die Temperatur, die der Ladeluftkühler noch abführt.

Erst an diesem Punkt bringt Hardware etwas. Wer bei einem serienmäßigen Motor sofort eine Downpipe verbaut, weil „Stage 2 mehr ist", hat Geld ausgegeben und wenig gewonnen.

Was bei deinem Motor der begrenzende Faktor ist, sieht man an den Live-Daten. Deshalb steht das Gespräch vor dem Teilekauf und nicht danach.

Was typischerweise dazukommt

Downpipe — senkt den Abgasgegendruck hinter dem Turbolader. Wirkt am deutlichsten, ist aber gleichzeitig der Punkt, an dem es rechtlich heikel wird (siehe unten).

Ansaugung — bringt mehr und kühlere Luft zum Lader. Nur sinnvoll, wenn die Serienansaugung tatsächlich begrenzt, und das ist nicht bei jedem Motor der Fall.

Ladeluftkühler — hält die Ladelufttemperatur unten. Merkt man vor allem, wenn wiederholt Volllast gefahren wird, etwa auf der Autobahn oder auf der Strecke. Bei kurzen Beschleunigungen im Alltag fällt es weniger auf.

Wer die Mechanik macht

Ich arbeite an der Motorsteuerung. Ob ich die Hardware selbst verbaue oder eine Werkstatt das übernimmt, hängt vom Umfang ab — das klären wir vorher, damit niemand mit einem halb zerlegten Auto dasteht.

Wenn du die Teile schon verbaut hast: sag mir, was genau verbaut ist. Hersteller und Ausführung machen einen Unterschied, und eine Abstimmung auf ein Teil, das nicht drin ist, hilft nicht.

Rechtlich ist Stage 2 nicht dasselbe wie Stage 1

Eine reine Kennfeldänderung lässt sich nach § 19 Abs. 3 StVZO abnehmen und eintragen. Bei geänderter Hardware kommt es darauf an, welches Teil verbaut wird.

Der kritische Fall ist die Downpipe ohne Katalysator. Der Katalysator ist Teil der Abgasnachbehandlung und damit der Genehmigung des Fahrzeugs. Wird er entfernt, erlischt die Betriebserlaubnis nach § 19 Abs. 2 StVZO, und ein Fahrzeug ohne Betriebserlaubnis darf nicht auf öffentlichen Straßen fahren — unabhängig davon, ob es auffällt.

Es gibt Downpipes mit Katalysator, für die eine Teilegenehmigung vorliegt. Damit bleibt die Sache eintragungsfähig. Wenn du mit Stage 2 auf die Straße willst, ist das der Weg.

Für ein Fahrzeug ohne Straßenzulassung gelten diese Regeln nicht. Dann sag es mir, dann reden wir über andere Grenzen.

An deiner Datei, nicht an einer fremden

Zwei Autos mit demselben Motorcode sind nach fünf Jahren nicht mehr dasselbe Auto. Der eine hat 60.000 km und Kurzstrecke, der andere 190.000 km und Autobahn. Beim einen ist der Ladeluftkühler zugesetzt, beim anderen nicht. Ein Datensatz, der vorher für ein anderes Fahrzeug geschrieben wurde, kennt diesen Unterschied nicht.

Deshalb wird die Datei aus deinem Steuergerät gelesen und in dieser Datei gearbeitet. Kein Datensatz aus einem Portal, der über deine Fahrgestellnummer geschoben wird.

Das dauert länger. Es ist der Grund, warum hier keine Termine im Halbstundenraster laufen.

Die Originaldatei bleibt bei dir

Bevor irgendetwas verändert wird, wird der Serienstand gesichert. Du bekommst ihn auf einem USB-Stick mitgegeben — nicht als Datei in einer Cloud, auf die du keinen Zugriff hast.

Damit kannst du jederzeit zurück. Vor einem Verkauf, vor einer Werkstattaktion des Herstellers, oder weil du es dir anders überlegt hast. Auch bei jemand anderem, nicht nur hier.

Wo Schluss ist

Es gibt Fahrzeuge, bei denen ich abwinke. Wenn die Kupplung am Ende ist, das Getriebe schon rutscht oder der Turbolader hörbar Spiel hat, wird mehr Drehmoment das Bauteil schneller umbringen — nicht irgendwann, sondern absehbar.

Dann sage ich das vorher und nicht hinterher. Ein Auftrag, der bei mir zu einem Schaden führt, kostet mich mehr als er einbringt.

Für Stage 2 nenne ich keinen Listenpreis, weil der Umfang zu unterschiedlich ist. Ein Motor, bei dem nur die Datei auf eine vorhandene Downpipe angepasst wird, ist ein anderer Aufwand als einer, bei dem drei Teile dazukommen. Sag mir, was verbaut ist oder verbaut werden soll — dann bekommst du eine konkrete Zahl und keine Spanne.

Häufige Fragen

Was kostet Stage 2?

Auf Anfrage. Das ist keine Ausweichantwort, sondern folgt daraus, dass der Umfang schwankt: nur Datei auf vorhandene Hardware anpassen ist etwas anderes als Datei plus Verbau von drei Teilen. Nenn mir dein Fahrzeug und was verbaut ist oder werden soll, dann bekommst du eine Zahl.

Brauche ich Stage 1, bevor Stage 2 geht?

Nicht als Vorstufe, die man abhaken muss. Aber es ist oft die vernünftigere Reihenfolge: du merkst erst, wie viel schon ohne Hardware drin ist, und entscheidest dann, ob dir das reicht. Viele bleiben bei Stage 1.

Bekomme ich Stage 2 durch den TÜV?

Kommt auf die Hardware an. Mit Downpipe mit Katalysator und Teilegenehmigung: grundsätzlich ja. Mit entfernter Abgasnachbehandlung: nein, und daran ändert auch kein Gutachten etwas.

Was bei der Abnahme passiert und in welcher Reihenfolge du vorgehst, steht auf Chiptuning eintragen.

Komme ich später wieder zurück auf den Serienstand?

Ja. Der Serienstand wird vor der ersten Änderung gesichert und du bekommst ihn auf USB mit. Aufspielen lassen kannst du ihn hier oder woanders — die Datei ist deine.

Was ist mit der Herstellergarantie?

Eine Veränderung an der Motorsteuerung kann dazu führen, dass der Hersteller bei einem Schaden am Antrieb die Kulanz oder Garantie verweigert. Das gilt auch dann, wenn die Änderung eingetragen ist — Eintragung und Garantie sind zwei verschiedene Dinge.

Wenn dein Fahrzeug noch in der Herstellergarantie ist, sage ich dir das vorher, damit du es bewusst entscheidest. Manche machen es trotzdem, manche warten. Beides ist eine legitime Entscheidung, aber es sollte eine bewusste sein.

Muss ich das der Versicherung melden?

Ja. Eine Leistungssteigerung ist eine Gefahrerhöhung nach §§ 23 ff. VVG und muss dem Versicherer angezeigt werden. Was passiert, wenn man es nicht tut, und in welcher Reihenfolge Eintragung und Meldung laufen, steht ausführlich auf Chiptuning eintragen und der Versicherung melden.

Stage 2 besprechen

Sag mir, welches Fahrzeug und welche Hardware verbaut ist oder geplant. Vor dem Teilekauf ist der Zeitpunkt, an dem sich das noch günstig entscheiden lässt.

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