Diagnose
Der Partikelfilter regeneriert nicht
Ein Dieselpartikelfilter, der sich nicht mehr freibrennt, ist selten selbst das Problem. Meistens ist er das Bauteil, das zuerst auffällt — und ein neuer Filter ohne geklärte Ursache setzt sich wieder zu.
Wie eine Regeneration funktioniert
Der Filter fängt Rußpartikel auf. Sobald sich genug angesammelt hat, erkennt das Steuergerät das am Differenzdruck über den Filter und startet eine Regeneration: nach der Haupteinspritzung wird zusätzlich eingespritzt, das Abgas wird heiß, der Ruß verbrennt.
Damit das läuft, müssen mehrere Dinge gleichzeitig stimmen — Abgastemperatur hoch genug, Motor warm, Last vorhanden, Ölstand in Ordnung, keine anderen aktiven Fehler. Fällt eine dieser Bedingungen weg, bricht das Steuergerät ab oder startet gar nicht.
Genau da liegt der Hund begraben: die Warnleuchte sagt „Filter voll", aber die Ursache ist meistens eine dieser Bedingungen.
Häufige Ursachen
Nur Kurzstrecke. Der banalste und häufigste Fall. Eine Regeneration braucht mehrere Minuten am Stück bei ausreichender Last. Wer täglich sechs Kilometer in die Arbeit fährt, unterbricht jeden Versuch. Der Filter füllt sich, bis nichts mehr geht.
Differenzdrucksensor oder seine Leitungen. Der Sensor misst über zwei dünne Schläuche. Sind die verstopft, geknickt oder porös, misst das Steuergerät einen falschen Wert — mal zu hoch, dann wird ständig regeneriert, mal zu niedrig, dann nie.
Abgastemperatursensor. Meldet er zu niedrig, erkennt das Steuergerät die Regeneration als nicht wirksam und bricht ab.
Undichte Ansaugstrecke oder AGR, das nicht schließt. Dann stimmt die Luftmasse nicht, die Verbrennung ist rußiger als vorgesehen, und der Filter füllt sich schneller als er sich leeren kann. Häufig hängt das mit dem AGR-Ventil zusammen — siehe AGR-Ventil.
Defekte Einspritzdüse. Eine Düse, die nachtropft oder schlecht zerstäubt, produziert mehr Ruß als der Filter in der Regeneration wegbekommt.
Ölverdünnung. Wenn viele Regenerationen abgebrochen wurden, landet Kraftstoff im Öl. Steigt der Ölstand über eine Grenze, lässt das Steuergerät keine Regeneration mehr zu — aus gutem Grund. Dann ist Ölwechsel der erste Schritt, nicht ein neuer Filter.
Fehlercodes, die dabei auftreten
P2002 — Wirkungsgrad des Partikelfilters unter Grenzwert. Der häufigste, und der mit der geringsten Aussagekraft: er sagt nur, dass die Rechnung nicht aufgeht.
P2453 — Signal des Differenzdrucksensors unplausibel.
P244A und P244B — Differenzdruck zu niedrig beziehungsweise zu hoch.
P242F — Filter beladen, Regeneration nicht möglich.
P226C — Abweichung im Ladedrucksystem, taucht häufig mit auf, wenn die Ansaugstrecke undicht ist.
Ein Code allein reicht für keine Entscheidung. Er sagt, welcher Wert nicht plausibel war — nicht, welches Bauteil die Ursache ist.
Wie ich vorgehe
Zuerst Fehlerspeicher aller Steuergeräte auslesen, mit Umgebungsbedingungen. Ein Fehler, der immer bei kaltem Motor auftritt, hat eine andere Ursache als einer unter Volllast.
Dann Live-Daten: Differenzdruck über den Filter im Verhältnis zur Drehzahl, Abgastemperaturen vor und nach dem Filter, berechnete Rußmasse, Anzahl und Ergebnis der letzten Regenerationsversuche, Ölstand und Ölverdünnung. Aus diesen Werten zusammen ergibt sich ein Bild — aus jedem einzelnen nicht.
Erst danach steht fest, ob es eine Fahrprofilsache ist, ein Sensor, eine Undichtigkeit oder tatsächlich der Filter. Und erst dann wird ein Teil bestellt.
Was ich nicht mache
Ich lege den Filter nicht softwareseitig still. Der Partikelfilter ist Teil der Abgasnachbehandlung und damit der Betriebserlaubnis. Wird er außer Funktion gesetzt, erlischt sie nach § 19 Abs. 2 StVZO.
Dazu kommt: seit 2018 wird bei der Hauptuntersuchung wieder am Endrohr gemessen und nicht nur die OBD-Bereitschaft geprüft. Ein Fahrzeug mit stillgelegter Abgasnachbehandlung fällt dabei auf.
Wenn der Filter tatsächlich am Ende ist, ist die Antwort ein Filter — reinigen oder ersetzen. Das ist teurer als eine Softwarelösung und es ist der Weg, der hält.
Häufige Fragen
Kann eine Zwangsregeneration helfen?
Manchmal, wenn der Filter beladen ist und die Ursache dafür Kurzstrecke war. Sie ist aber keine Lösung, wenn ein Sensor falsch misst oder die Ansaugstrecke undicht ist — dann ist der Filter in wenigen Wochen wieder da, wo er war.
Deshalb kommt die Diagnose zuerst und die Zwangsregeneration danach, nicht umgekehrt.
Ist der Filter kaputt, wenn P2002 steht?
Nicht zwangsläufig. P2002 heißt, dass der berechnete Wirkungsgrad unter dem Grenzwert liegt. Diese Rechnung stützt sich auf Sensorwerte — wenn ein Sensor falsch liefert, ist die Rechnung falsch und der Filter in Ordnung. Das ist einer der Gründe, warum Filter getauscht werden, die nichts hatten.
Wie fahre ich, damit eine Regeneration durchläuft?
Wenn der Motor warm ist: 15 bis 20 Minuten gleichmäßig bei mittlerer Drehzahl und etwas Last, Landstraße oder Autobahn, nicht Stadtverkehr. Wichtig ist, nicht mitten in einer laufenden Regeneration abzustellen.
Wenn das mehrfach nicht reicht, ist es keine Fahrprofilsache und Weiterfahren löst es nicht.
Was kostet die Diagnose?
Auf Anfrage, abhängig vom Aufwand. Was du dafür bekommst, ist die Auskunft, welches Bauteil es ist — bevor ein Teil bestellt wird. Ein Partikelfilter ist teuer genug, dass sich Klarheit vorher rechnet.
Machst du auch die Reparatur oder nur die Diagnose?
Das hängt davon ab, was es ist. Sensoren, Leitungen und Ansaugstrecke sind machbar. Bei größerer Mechanik sage ich dir, was zu tun ist, und du kannst das in einer Werkstatt machen lassen — mit einem klaren Auftrag statt mit Rätselraten.
Partikelfilter prüfen lassen
Fahrzeug, Baujahr, Motor und die Fehlercodes, wenn du sie hast. Auch die Info „fast nur Kurzstrecke" hilft mir schon bei der Einschätzung.
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